Weiterentwicklung des digitalen Testfeld Düsseldorfs KoMoDnext ist gestartet
Automatisiertes Fahren im digitalen Testfeld Düsseldorf

 

Das Forschungsprojekt KoMoD wurde im Rahmen der Förderrichtlinie des BMVI „Automatisiertes und vernetztes Fahren auf digitalen Testfeldern in Deutschland“ Ende Juni 2019 erfolgreich abgeschlossen.

Die aktuelle Förderrichtlinie des BMVI „Ein zukunftsfähiges, nachhaltiges Mobilitätssystem durch automatisiertes Fahren und Vernetzung“ bietet die Möglichkeit, mit dem Forschungsvorhaben KoMoDnext auf den Erfahrungen und Entwicklungen des Vorgängerprojekts aufzubauen.

Das Ziel von KoMoDnext ist die Vorbereitung ausgewählter Netzabschnitte für deren Befahrbarkeit mit automatisierten Level-4-Fahrzeugen. Dabei steht die Absicherung des automatisierten Fahrens durch die Entwicklung neuer Steuerungsverfahren unter Nutzung mobiler Sensornetzwerke sowie durch Sicherung der Kommunikation zwischen Fahrzeug und Infrastruktur im Vordergrund. Mittels Integration standardisierter Verfahren der IT-Security, sollen erstmals Serienfahrzeuge als größere Fahrzeugflotte in das mobile Sensornetzwerk eingebunden werden.

Im Zentrum des Projektes stehen fünf Anwendungsfälle, sogenannte Use Cases.

Diese werden auf dem Autobahnnetz, dem Übergang in den städtischen Bereich sowie an komplexen städtischen Knotenpunkten umgesetzt. Mit der Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur werden dabei automatisierte Fahrfunktionen unterstützt und deren Markteinführung vorangetrieben.

Die Anwendungen werden im digitalen Testfeld Düsseldorf unter realen Verkehrsbedingungen umgesetzt und getestet.

 

Use Case A: High Definition Verkehrsbeeinflussungsanlage - HD VBA

Auf der A57 wird eine hochauflösende Verkehrslage- und Umfelderfassung umgesetzt, die stationäre und fahrzeuggenerierte Daten fusioniert. Zu diesem Zweck wird eine neue Unterzentrale (UZ) entwickelt und implementiert. Das Steuerungsmodell der VBA wird dahingehend erweitert, dass hochaufgelöst und unabhängig von physikalischen Anzeigequerschnitten Stauwarnungen, zulässige Höchstgeschwindigkeiten und sonstige Warnhinweise generiert und an die Fahrzeuge übertragen werden können. Neben den Warnmeldungen werden zusätzlich die Schaltungen der klassischen Wechselverkehrszeichen und die variablen Fahrstreifenzuteilungen übertragen und fahrzeugseitig in Fahrstrategien verarbeitet.

 

Use Case B: Prädiktive Perzeption

Die in KoMoD realisierte hochauflösende Verkehrslageerkennung für den Rheinalleetunnel wird auf die angrenzende Rheinkniebrücke erweitert und um eine Umfelddatenerfassung ergänzt, da die bordeigene Sensorik hochautomatisierter Fahrzeuge die hier herrschenden Witterungseinflüsse nicht frühzeitig detektieren kann. Die fahrzeuginterne Perzeption (Umfelderfassung) und die prädiktiven Funktionen werden von infrastrukturseitig generierten Informationen unterstützt.

Abhängig von der ermittelten Situation wird der Übergang zum städtischen Netz mit automatisierter Längs- und Querführung durchfahren oder die Fahraufgabe frühzeitig an den Fahrer übergeben.

 

Use Case C: Lokales Verkehrsmanagement 4.0

Ziel ist die Erstellung einer offenen, multimodalen V2I-Plattform in Form eines zentralen städtischen Dienstes. Dieser zentralenseitige Dienst soll einerseits der Lichtsignalanlagensteuerung (LSA-Steuerung) Sensordaten aus unterschiedlichen Quellen zuführen und umgekehrt einen Informationsfluss zurück zu den Fahrzeugen und Verkehrsteilnehmern ermöglichen. Die Plattform soll dabei nicht auf den motorisierten Verkehr beschränkt sein.

 

Use Case D: Level-4 LSA-Steuerung

Die Einbindung fahrzeuggenerierter Daten in die LSA-Steuerung kann anders als im Use Case C auf zentraler Ebene auch lokal im Steuergerät erfolgen. Ziel des Use Case D ist neben der Weiterentwicklung der ÖPNV-Priorisierung aus KoMoD die lokale Verarbeitung von Sensordaten, die von verschiedenen Verkehrsteilnehmern (auch Fußgänger und Fahrradfahrer) im Umfeld der LSA generiert werden.

 

Use Case E: Knotenpilot

Ziel ist die Unterstützung der Fahrzeug-Sensorik durch eine infrastrukturgestützte Situationserkennung in Knotenpunkten. Dazu wird die Kreuzung Düsseldorf-Friedrichstadt mit Kameras, Radarsensoren und lokalen Recheneinheiten ausgestattet.

So werden automatisierte Fahrzeuge in die Lage versetzt, eine vorrausschauende und koordinierte Bewegungsplanung an einem Knoten im innerstädtischen Bereich zu erproben. Dabei stehen die Sicherheitsbedürfnisse von Fußgängern und Radfahrern im Vordergrund.

 

Heusch/Boesefeldt ist wie bereits in KoMoD von den Verbundpartnern mit der Leitung des Projektbüros in KoMoDnext beauftragt worden. Daneben werden wir im Auftrag der Landeshauptstadt Düsseldorf als Technischer Consultant agieren.

Gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI):

Projektlaufzeit: 01.Januar 2020 – 31.Dezember 2021
Projektvolumen: 9,8 Millionen €
Fördervolumen: 6,9 Millionen €