VBV-System
Ablösung der Datenübertragung per Analogtelefonie in der Schweiz

 

Das Schweizer Bundesamt für Strassen, ASTRA, unterhält rund 500 Zählstellen zur Erfassung des Straßenverkehres auf dem schweizerischen Nationalstraßen- und Ergänzungsnetz. Die Daten von zahlreichen Zählstellen wurden bisher über eine veraltete, analoge Technologie abgefragt, welche von der Swisscom AG auf 3G-Technologie-basierte Kommunikation umgeschaltet wurde. Um die Verkehrsdaten weiterhin von den Zählstellen abrufen zu können, wurde von Heusch/Boesefeldt das "VBV-System" auf Grundlage einer vorliegenden Spezifikation entwickelt.

Das VBV-System ruft Einzelfahrzeugdaten (Vehicle-By-Vehicle / VBV-Daten) der Zählstellen über die neue Kommunikationstechnologie ab und unterstützt dabei die verschiedenen Protokolle und Formate der unterschiedlichen eingesetzten Zählstellengerätetypen.

Der zentrale Abruf von Einzelfahrzeugdaten stellt eine besondere Herausforderung an die Verarbeitungsgeschwindigkeit innerhalb des Systems. Als wesentliche Systemkomponenten wurden deshalb ein hochperformanter, standardisierter Message Broker zur Datenverteilung und eine leistungsfähige und skalierbare NoSQL-Datenbank zur Persistierung der Daten gewählt.

Die empfangenen VBV-Datensätze werden nach der Übernahme in ein einheitliches VBV-Format überführt und anschließend über den Message Broker publiziert. Der Message Broker basiert auf dem standardisierten Internet of Things (IoT) Protokoll MQTT und stellt die publizierten Daten zur Verfügung. Der Broker fungiert somit als Datenverteiler für Abnehmer der VBV-Daten.

Innerhalb des VBV-Systems gibt es eigene Datenabnehmer, die die Daten verarbeiten und z.B. aggregierte Stundenwerte in Tagesdateien für die Fachanwendung „Verkehrsmonitoring“ bereitstellen, oder die Daten in einem Archiv speichern.

Das System wurde nach einer mehrwöchigen Erprobungsphase abgenommen und befindet sich nun im Produktivbetrieb.