SPIN - Systeem voor Planning en Informatie Nederland
Baustellenmanagementsystem der Niederlande

Um die Baustelleneingabe, -verwaltung, -bewertung und -informationsweitergabe in den Niederlanden zu vereinheitlichen, hat Rijkswaterstaat die Heusch/Boesefeldt GmbH damit beauftragt, SPIN (Systeem voor Planning en Informatie Nederland) zu entwickeln.

SPIN ermöglicht sowohl internen Mitarbeitern der Rijkswaterstaat, aber auch externe Stellen wie Baufirmen, Baustellen einzugeben, auf Konflikte mit anderen Bauvorhaben, relevanten Ereignissen oder hinsichtlich der Einhaltung von Richtlinien zu überprüfen sowie die verkehrlichen Auswirkungen abzuschätzen.

Dazu werden Staulängen, Verlustzeiten und, basierend auf diesen Kenngrößen, Behinderungsklassen ermittelt. In Abhängigkeit von der zu erwartenden Behinderung müssen zusätzliche flankierende Maßnahmen, wie Einrichtung von Umleitungen, ergriffen werden. Das interaktive Planen von Umleitungsrouten auf einer Karte sowie das Anfügen von verschiedenen Informationen für die Außendarstellung des Bauvorhabens (z.B. Anwohnerbriefe, öffentliche Aushänge, Informationen für Internetplattformen) werden ebenfalls von SPIN unterstützt.

Über ein komplexes Workflowmanagement wird die Zusammenarbeit der einzelnen Nutzergruppen wie Planer, Verkehrsoperatoren, Bauunternehmer, Verkehrsredakteure  sowie Verantwortliche auf regionaler und nationaler Ebene gesteuert. Beantragte Baustellen müssen zunächst fachlich überprüft und  anschließend von unterschiedlichen Stellen freigegeben werden. Die Kommunikation erfolgt über interne Systemmeldungen, über eine ebenfalls interne chat-ähnliche Funktion sowie über Email.

Schon seit März 2013 ist SPIN, das nationale Baustellenmanagement-System der Niederlande, im Echtbetrieb. Zunächst startete die Nutzergruppe in der Langzeitplanung den operativen Betrieb. Diese geben seit März 2013 alle neuen Baustellengrobplanungen sowie die zugehörigen Bauphasen ein. Das Vorgängersystem zur Verwaltung der Baustellen-Langzeitplanung war bis Mitte Juni 2013 in einer Übergangsphase noch im Parallelbetrieb.

Seit Mitte Juni 2013 wurde dieser Parallelbetrieb beendet, sodass SPIN nun das alleinige Tool zur Verwaltung von Baustellen-Langzeitplanungen ist. Damit wurde auch die Schnittstelle zum Nationalen Datawarehouse, kurz NDW, in Betrieb genommen. Über diese Schnittstelle werden die Planungsdaten der Bauphasen im DATEX II Format zur Verbreitung an Dritte und Veröffentlichung übertragen.

Mit der Übernahme des alleinigen Betriebs der Langzeitplanung nutzen auch die Verantwortlichen zur landesweiten Prüfung der Langzeitplanung das SPIN-System, um die Baustellenplanung zu prüfen und Zeitfenster mit Auflagen zur Verkehrsbeeinträchtigung festzulegen.

Für die Bauphasen können Umleitungen über eine digitale Karte definiert werden. Diese werden ebenfalls über die DATEX-Schnittstelle kommuniziert. Dabei wird auf Basis der Bauphasenplanung vom System eine Umleitungsroute vorgeschlagen. Diese kann dann vom Anwender modifiziert werden, indem Via-Punkte auf der Karte definiert werden. In komplexen Situationen können auch mehrere Umleitungen für unterschiedliche Fahrtbeziehungen hinterlegt werden.

Im November 2013 wird SPIN dann auch für die restlichen Nutzergruppen in Betrieb gehen. Dann werden auch die eigentlichen Verkehrsmaßnahmen und die Verkehrsführungen, die in der Regel von externen Baufirmen eingegeben und von regionalen Planern geprüft und freigegeben werden. Die Operatoren in den regionalen Verkehrszentralen geben die zur Verkehrssicherung notwendigen Schaltungen auf den Verkehrsleit- und Informationssystemen ein und überwachen den Verkehr während der Baumaßnahme.

Seit März 2013 sind nur wenige Störungen aufgetreten. Dies ist auch der intensiven Testphase zu verdanken, die im Vorfeld durch AN und AG durchgeführt wurde.