Forschungsprojekt KoMoD
Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf

 

Unter dem Dach der Förderrichtlinie „Automatisiertes und vernetztes Fahren auf digitalen Testfeldern in Deutschland“ ist das Projekt KoMoD - Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf - gestartet. Gefördert wird das Projekt durch das  Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.
Das Testfeld betrachtet das Fahren im urbanen Raum auf komplexen Hauptrouten, die das Stadtzentrum mit dem angrenzenden Autobahnnetz verbinden. Dadurch wird ein weites Spektrum an Fahrsituationen geboten, in dem das Zusammenwirken verschiedener Fahrerassistenzfunktionen hinsichtlich der Zielkonflikte in der Steuerung und der sich hieraus ergebenen Harmonisierung untersucht, bewertet und entwickelt wird. Die praxisnahe Erprobung neuer Technologien zur Fahrzeug-Infrastruktur-Vernetzung sowie des hoch- und vollautomatisierten Fahrens ist ein Schwerpunkt im Projekt. Hierzu zählen die Erprobung der Datenbereitstellung und Kommunikation, die Betrachtung des Technologiemix mit bordautonomer Sensorik zur Interpretation des Straßenraums sowie das Zusammenspiel der Systeme mit hochpräzisem Kartenmaterial unter Nutzung geeigneter Ortungstechnologien.
Der Zielkatalog des Testfeldes Düsseldorf analysiert in einem integrativen Ansatz zudem die Wirkungen auf Sicherheit, Umwelt (Lärm und Luftschadstoffe) und Effizienz ebenso wie gesellschaftliche Aspekte.
Das Projekt ist eingeteilt in sogenannte Use Cases.

Use Case A: Strategiekonformes Routing

  • Abgestimmte Strategien zwischen Stadt (Freitexttafeln) und Land (dWiSta)
  • Vernetzung zwischen der kollektiven und der fahrzeugseitigen Wegweisung
  • Verarbeitung der Information im Router des Fahrzeugs


Use Case B: Virtuelle Verkehrsbeeinflussung

  • Bereitstellung von Anzeigen der Streckenbeeinflussung auf der A57 und im Rheinalleetunnel
  • Anzeigen und Verarbeiten der für den Fahrer noch nicht sichtbaren Folgequerschnitte im Fahrzeug


Use Case C: Sicherheitskritische Netzelemente und Verkehrssituationen

  • Detaillierte Verkehrslageanalyse im Tunnel auf Basis statischer Detektion und fahrzeugseitig erfasster Daten
  • Generierung und Verbreitung von Tunnelsperrungen und Fahrstreifenzuteilungen sowie Warnmeldungen über RoadSideUnits und zentralenbasiert


Use Case D: Kooperative LSA

  • Erprobung verschiedener Schaltzeitprognoseverfahren
  • Entwicklung von abgestimmten Fahrstrategien im Zulauf der Lichtsignalanlage (automatische Geschwindigkeitsregelung im Fahrzeug)
  • Entwicklung von abgestimmten Fahrstrategien zwischen Fahrzeugen des Individualverkehrs und des öffentlichen Verkehrs zur Optimierung der ÖV-Priorisierung


Use Case E: Parken

  • Dynamische Routenführung zu den Parkhäusern in Verbindung mit den kollektiven Parkleitsystemen
  • Valet Parking - Vollautomatische Ein und Ausparkvorgänge im Parkhaus


Use Case F: Hochgenaue digitale Karte

  • Fundament für Entwicklung und Test (hoch)automatischer Fahrfunktionen (HAF)
  • Logische Verknüpfung der Elemente in den HAF-Karten


Use case G: Fahrzeugbasierte Verkehrserfassung

  • Heterogene Fahrzeugflotte im Testfeld (ca. 750 Fahrzeuge) mit kamerabasierter, fahrzeugseitiger Verkehrsdatenerfassung als mobile Sensoren im Mischverkehr
  • Georeferenzierung von Verkehrssituationen
  • Use-Case-spezifische Verkehrsdatenbereitstellung


Querschnitts-Use Case H: Kommunikationsinfrastruktur

  • Bereitstellung einer hochleistungsfähigen Kommunikationsinfrastruktur im Testfeld mit erhöhten Anforderungen im Rahmen von automatisierten Fahrfunktionen:

          - Erhöhung der Datenrate

          - Verbesserung von Latenzzeiten

          - flächendeckende Netzabdeckung


Insgesamt sind 12 Projektpartner mit ihren strategischen Zielsetzungen im Testfeld Düsseldorf beteiligt. Heusch/Boesefeldt wurde vom Konsortium mit der Leitung des Projektbüros beauftragt. Als  Unterauftragnehmer von Straßen.NRW und der Landeshauptstadt Düsseldorf sind wir auch an technischen Entwicklungen im Projekt beteiligt. Die Website www.komod-testfeld.org bietet umfassendere Informationen.


Projektlaufzeit: Juni 2017 – Juni 2019
Projektvolumen: 14.846.832 €
Fördervolumen: 9.093.221 €