In der Kürze liegt die Würze...
Einführung agiler Methoden der Software-Entwicklung bei Heusch/Boesefeldt

 

Scrum ist ein Framework zur Entwicklung und Pflege komplexer SW-Produkte, welches auf der Grundlage der „Schlanken Produktion“ (Lean Production) entworfen wurde. Agile Projekte sollen mit wenigen, einfachen Regeln unbürokratisch durchgeführt werden. Hinter „agil“ verbirgt sich die Idee, ein Produkt in kleinen Schritten mit einem sich selbst steuernden Team so zu entwickeln, dass dieses im gesetzten Aufwandsrahmen einen optimalen Nutzen für den Anwender bietet.
Erreicht wird dies u.a. durch folgende, grundlegende Festlegungen in Scrum:

  • Anforderungen an das Produkt werden als sogen. User Stories vollständig aus Sicht des späteren Anwenders formuliert und überlassen dem Entwicklungsteam das „Wie“ der Umsetzung.
  • Die Realisierung selbst geschieht in kurzen Zyklen, den Sprints, nach denen immer ein potenziell nutzbares Inkrement des Produktes vorliegen muss.
  • Der Produktverantwortliche (Product Owner in Scrum) begutachtet zusammen mit allen relevanten Personen (Anwender und Entscheider) das Ergebnis eines Sprints, wodurch die Nutzbarkeit ständig im Vordergrund steht.

Wer sich für eine ausführliche Beschreibung von Scrum interessiert, kann z.B. hier verständlich nachlesen, wie diese Methode als Teil eines agilen Projektmanagements in der Software-Entwicklung zum Einsatz kommt.

 

 

 

 

Warum wir uns für die Einführung von agiler SW-Entwicklung entschieden haben

Softwareentwicklung ohne Techniken des agilen Vorgehens gilt heute allgemein als nicht mehr zeitgemäß. Unsere Unternehmenskultur kommt den agilen Werten sehr nahe. Neben dem seit Jahren etablierten Einsatz diverser Vorgehensmodelle, wie z.B. V-Modell XT, haben wir mit dem Einsatz von Kanban bzw. Kanboard die Prozesse in unserer Integrationsabteilung unterstützt. Kanban führte zu einem sanften Wandel in der Abteilung und unterstützt insbesondere die bestehenden Prozesse bei der Bearbeitung vieler, kleinerer Aufgaben optimal. Wesentliche Vorteile sind Transparenz, bessere Arbeitsaufteilung sowie Erkennen und Vermeiden von Engpässen.

Mit der Einführung von Scrum ergeben sich diverse Vorteile für uns und insbesondere auch unsere Kunden. Das Team der ersten agilen Projektumsetzung formulierte die Vorteile im Nachgang so:

  • Durch ein Set weniger, leicht verständlicher Regeln ist Scrum kurzfristig einführbar

  • Es wird nur das entwickelt, was wirklich gebraucht wird

  • Fehlentwicklungen werden frühzeitig erkannt, da pro Sprint ein nutzbares Inkrement erstellt wird

  •  Vertrauen im Team durch Transparenz und Kommunikation

  • Hohe Qualität durch Test und Dokumentation jedes einzelnen Sprints (Entwicklungszeitraum von ca. 2 bis 4 Wochen).

Für externe Projekte kommen dann noch hinzu:

  • Gezielter, nutzenbringender Einsatz des vorhandenen Budgets durch stetige Interaktion mit dem Kunden

  • Effiziente Zusammenarbeit mit dem Kunden durch kurze Kommunikationswege

  • Transparenz von Entwicklungsfortschritt und Aufwand.

 

Einsatz von Scrum

Im Unternehmen setzen wir Scrum inzwischen grundsätzlich für interne Entwicklungen bei der Realisierung von Entwicklungswerkzeugen und der Weiterentwicklung unserer Produkte ein. Scrum wurde dazu im Rahmen einer flächendeckenden Einführungsphase mit entsprechenden Schulungs- und Trainingsmaßnahmen eingeführt. Für die wichtige Rolle des Scrum Master, welcher die Einhaltung der Methoden prüft und sicherstellt, wurden zusätzlich Zertifizierungen der Scrum.Org durchgeführt (Professional Scrum Master Level I).

Für das Verkehrsmanagement- und -Informationssystem der ASFINAG hat Heusch/Boesefeldt eine neue Bedienkomponente zur Verwaltung und Aktivierung von Umleitungsempfehlungen erstellt. Das Projekt wurde zwar nicht strikt nach Scrum realisiert, nutzte aber bereits kurze Entwicklungszyklen in ständiger Interaktion mit dem Kunden. Das Ergebnis war ein Produkt mit hohem Nutzwert für den Anwender, welches sich exakte an dessen Anforderungen aus dem Arbeitsalltag orientiert.

Wir haben dabei Bewährtes überprüft sowie Verbesserungsvorschläge erarbeitet und werden kontinuierlich die agilen Prozesse weiter ausarbeiten und anwenden. Besonders freuen wir uns, dass unsere Kunden inzwischen verstärkt den Einsatz agiler Methoden anstreben und dies auch u.a. in Ausschreibungen fordern.