Zum erfolgreichen Abschluss des FE-Projektes 03.0367/2003/IRB "Zukünftiger Aufbau der Verkehrsleittechnik gemäß den technischen Lieferbedingungen für Streckenstationen (TLS)", das die Heusch/Boesefeldt GmbH im Auftrag der BASt durchgeführt hat, wurde jetzt der zugehörige Forschungsbericht im Rahmen der Schriftenreihe Forschung Straßenbau und Straßenverkehrstechnik, Herausgeber BMVBS, als Heft 956 veröffentlicht. Ziel des Forschungsvorhabens war es, Wege aufzuzeigen, wie die für die Beschaffung von Verkehrsbeeinflussungsanlagen so wichtigen Technischen Lieferbedingungen für Streckenstationen (TLS) an die Realitäten der Informations- und Kommunikationstechnik im 21. Jahrhundert angepasst werden können. Dazu sollten in diesem konkreten Vorhaben die den TLS zugrundeliegenden Datenstrukturen möglichst plattformunabhängig beschrieben werden, um die Migration in eine zukunftsfähige TLS-Welt zu ermöglichen. Darum trägt der Forschungsbericht auch den Namen "Plattformunabhängige Modellierung der TLS-Daten".
Das Projektteam spezifizierte hierfür nach eingehender, grundlegender Untersuchung einen Lösungsansatz, der auf aktuellen Standardtechniken für den Systementwurf aufsetzt (UML - Unified Modeling Language - siehe www.omg.org/uml; entspricht ISO/IEC Norm 19501).
Auf dieser Grundlage erfolgte dann die Beschreibung der TLS-Datenstrukturen in Form eines Datenmodells, welches in einer Datenbank erfasst und grafisch in Form sogenannter "Klassendiagramme" aufbereitet wurde. Ein wichtiger Punkt dabei war, dass die so strukturierte Beschreibung der Daten über eine geeignete Rückwärtsabbildung wieder in die aktuell in den TLS beschriebenen Telegramm-Strukturen überführt werden kann, was eine realistische Migrationsstrategie im Mischbetrieb mit Bestandssystemen ermöglicht.
In einem weiteren Schritt wurden die grundlegenden Kommunikationsabläufe auf den höheren Protokollschichten der TLS (OSI7) ebenfalls mit der gewählten Methodik beschrieben. Die existierende TLS verlässt sich hier vollständig auf rein textuelle Beschreibungen, die in der Praxis immer wieder zu abweichenden Interpretationen bei den Entwicklern und damit zu Interoperabilitätsproblemen der Geräte führen. Durch die Arbeit des Projekts konnte hier gezeigt werden, dass der Datenaustausch der TLS sehr gut auch in eine dienstbasierte Systemarchitektur (SOA - Service Oriented Architecture - siehe www.omg.org/soa) - den derzeitigen Industriestandard im Bereich verteilter Systeme - abgebildet werden kann.
Mit den Ergebnissen aus dem Forschungsvorhaben sind wichtige Grundlagen geschaffen, dass die TLS hin zu einer zeitgemäßen Kommunikationsinfrastruktur migrieren kann. Der Forschungsbericht empfiehlt in diesem Zusammenhang eine Testimplementierung einer dienstbasierten TLS-Kommunikationsarchitektur auf der Grundlage der im SOA-Bereich am weitesten verbreiteten Protokolle für sogenannte Web Services (SOAP, WSDL). Dabei sollen alte und neue TLS-Kommunikationsarchitektur auch ihre Fähigkeit zum Mischbetrieb in der Praxis beweisen.
[Pögel, Kaltwasser, "Plattformunabhängige Modellierung der TLS-Daten", Heft 956, BMVBS (Hrsg.)]

