Diese Fußballweisheit hat der gute "Kaiser" Franz sicherlich anders gemeint, als er diese unglücklich formulierte Aussage einer stets interessierten, verwunderten Öffentlichkeit verkündete.
Von daher nutzen wir die Möglichkeit, diese Aussage ins richtige Licht zu rücken: Es gibt nur eine Möglichkeit eine Dissertation <neben der Arbeit> zu schreiben: Fleiß, Fleiß oder Fleiß.
Wir freuen uns, dass unser Kollege Christoph Schwietering erfolgreich seinen akademischen Adelstitel – den eines Doktors – errungen hat.
Sein Diplom machte er im Jahr 2004 an der RWTH Aachen im Fachbereich Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Verkehrswesen. Im Anschluss daran ging es in unser Nachbarland Österreich, wo er als verantwortlicher Verkehrsingenieur für die Inbetriebnahme und den laufenden Betrieb der Verkehrsbeeinflussungsanlagen der ASFINAG sowie als Projektleiter für Softwareprojekte arbeitete.
Mitte 2008 konnten wir Herrn Schwietering als neuen Kollegen in der Heusch/Boesefeldt GmbH begrüßen.
Seit dem Jahr 2006 hat er an seiner Dissertation als Externer bei Prof. Dr. Steinauer, Leiter des Instituts für Straßenwesen, Erd- und Tunnelbau an der RWTH Aachen gearbeitet. Am 01.07.2010 absolvierte er erfolgreich seine Dr.-Prüfung.

Prof. Dr. Steinauer, Dr. Schwietering, Prof. Dr. Busch
Die Dissertation mit dem Titel <Verfahren zur Bestimmung der Einbruchswahrscheinlichkeit des Verkehrsablaufs auf Bundesautobahnen und Anwendung in der Verkehrssteuerung> befasst sich mit der Kapazität als maßgebende Kenngröße zur Beschreibung des Verkehrsablaufs auf Autobahnen. Sie ist abhängig von verschiedenen Weg-, Verkehrs-, Umfeld- und Steuerungsbedingungen. Die Größenordnungen der kapazitätsbeeinflussenden Bedingungen, die in den Regelwerken angegeben sind, stützen sich zum Teil auf wenige Untersuchungen mit geringen räumlichen und zeitlichen Datenmengen.
Während die Kapazität bislang häufig als deterministischer Wert für gegebene Bedingungen aufgefasst wurde und diese Sichtweise auch in den derzeit gültigen Richtlinien Eingang gefunden hat, zeigen aktuelle Studien, dass die Kapazität vielmehr eine stochastisch verteilte Größe ist. Mit zunehmender Verkehrsstärke steigt dabei das Risiko für einen Zusammenbruch des Verkehrsablaufs.
Ziel der vorliegenden Forschungsarbeit war es, basierend auf der stochastischen Beschreibung der Kapazität allgemeingültige Aussagen zum Einfluss unterschiedlicher Bedingungen zu treffen. Das hierzu entwickelte Modell ist universal anwendbar und kommt ohne aufwändige Justierung aus. Die gefundenen Erkenntnisse zur probabilistischen Beschreibung der Kapazität wurden statistisch abgesichert und so aufbereitet, dass sie in Anwendungen der Verkehrsplanung und insbesondere der Verkehrssteuerung eingesetzt werden können. Es wurde ein Algorithmus entwickelt, der Geschwindigkeitseinbrüche antizipieren kann und damit ein präventives Einwirken in den Verkehrsablauf ermöglicht.
Bei Interesse an diesem Thema können Sie Herrn Dr.-Ing. Schwietering gerne kontaktieren.