Aktuelle Stau- und Verlustzeit-Informationen in Hessen

Heusch/Boesefeldt integriert ASDA/FOTO in die VZH

Die Verkehrszentrale Hessen (VZH) verfügt bereits seit geraumer Zeit über das Verfahren ASDA/FOTO zur Stauerkennung und Verlustzeitermittlung im Testbetrieb. Die durch das Verfahren ermittelten Verlustzeiten werden dabei auf den dynamischen Textanzeigen (dWiSta – dynamische Wegweiser mit integrierten Stauinformationen) angezeigt, informieren so den Verkehrsteilnehmer und bilden zudem die Basis für eine verkehrsabhängige Wegweisung.

Nach der sehr erfolgreichen Testphase zusammen mit der Daimler-Forschung wurde das Verfahren nun durch Heusch/Boesefeldt vollständig in die Verkehrsrechnerzentrale (VRZ) der VZH integriert. ASDA/FOTO greift durch diese Integration direkt auf die GeoDyn2-Datenhaltung der VRZ mit ihrer digitalen Kartenbasis zu, um alle benötigten Information über das Straßennetz und die Verkehrssensorik bei Programmstart automatisch zu ermitteln. Änderungen an Netz oder Verkehrserfassung, die in der Datenhaltung der VRZ regelmäßig entsprechend dem aktuellen Ausbauzustand angepasst werden, bekommt das Verfahren somit direkt mit.

ASDA/FOTO profitiert hierbei davon, dass es bis auf wenige globale Parameter keine weitere Konfiguration oder Parametrierung benötigt. Auf diese Weise kann die VZH eine gleichbleibende Qualität der von ASDA/FOTO gelieferten Informationen sicherstellen. Gerade das Problem aufwändiger Konfigurations- oder Parametrierungsarbeiten hat in der Vergangenheit häufig dazu geführt, dass verkehrstechnische Algorithmen nicht die gewünschten Ergebnisse lieferten, da eine Aktualisierung von Konfiguration und Parametern nicht im ausreichenden Maße an sich ändernde Gegebenheiten angepasst werden konnten. Zudem verursacht eine solche Datenpflege für die Betreiber nicht zu vernachlässigende Kosten.

Das von der Daimler-Forschung auf Basis der Kerner’schen Drei-Phasen Verkehrstheorie entwickelte Verfahren ASDA/FOTO führt eine Klassifizierung von drei Verkehrszuständen in „freien Verkehr“, „synchronisierten Verkehr“ und „sich bewegenden breiten Stau“ durch und erkennt die Stauobjekte auf Basis von erfassten Verkehrsdaten. Einmal erfasste Stauobjekte werden durch ASDA/FOTO zeitlich und räumlich bis zu deren Auflösung verfolgt. Ergebnisse der Berechnungen sind neben den Staulängen vor allem die Reise- bzw. Verlustzeiten im Stau.

Wesentlich bei ASDA/FOTO ist, dass es auch sich im Straßennetz bewegende Staus nicht nur zielsicher erkennt, sondern deren Bewegung auch mit hoher Genauigkeit weiterverfolgt. Die Stauverfolgung gelingt selbst dann, wenn der Stau nicht mehr von der Verkehrserfassung erkannt wird, weil er sich in einen undetektierten Bereich verlagert hat.

Ein weiterer, erheblicher Vorteil von ASDA/FOTO ist seine Einfachheit in Bezug auf Parametrierung und Konfiguration. Benötigt wird im Wesentlichen die Kenntnis über das Straßennetz mit der Position der Sensoren der Verkehrserfassung.